In den letzten Wochen hatte ich kaum eine freie Minute, denn wenn ich nicht gerade arbeiten war, standen ständig irgendwelche Termine mit Familie, Freunden, beim Sport oder natürlich beim Birden an. Ich bin einigermaßen viel rausgekommen in den letzten Wochen, auch wenn es für ein Big Year natürlich immer noch mehr sein könnte. Es sind eine Menge spannender Arten zusammengekommen, weshalb ich nun versuchen möchte die Ereignisse der letzten Wochen nachzuarbeiten.
Mitte Februar zog es mich zum Kleinen Brook neben dem NSG Reit, wo zwei Kurzschnabelgänse entdeckt worden waren. Sehr zu meinem Erleichtern waren diese bei meiner Ankunft am nächsten Morgen weiterhin anwesend. Meine Sorgen waren unberechtigt, denn einen Monat später sind sie immer noch anwesend. Kurzschnabelgänse sind spärliche Wintergäste in Norddeutschland, meist sitzen sie alleine oder zu zweit zwischen anderen nordischen Gänsen. Die Art wurde zuletzt fast in jedem Jahr in Hamburg gemeldet, ich hatte dennoch große Sorge, ob ich sie für mein Big Year bekommen würde, denn ihr Auftreten ist quasi unmöglich zu planen. Bei der Suche nach der "Pinkfußgans", wie sie im Kultfilm "The Big Year" lustigerweise übersetzt wurde, stieß ich außerdem auf einen seltenen Hybriden aus Bläss- und Weißwangengans. Diese Hybridkombination habe ich zuvor erst zweimal gesehen, sie ist also seltener als so manche "echte" Rarität.
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Kurzschnabelgans im Kleinen Brook
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Zwei "Pinkfußgänse"
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Der seltene Hybrid aus Bläss- und Weißwangengans
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Halbwegs frische Biberspuren
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Bei der anschließenden Suche nach Winterarten wie Bergpieper oder Kornweihe in den Vier- und Marschlanden stolperte ich über extrem frische Biberspuren (nicht die auf dem Foto). Irgendwann in den nächsten Monaten werde ich mir auch etwas mehr Zeit für Säugetiere nehmen, aktuell klaffen hier noch wirklich große Lücken in meiner Liste. Ich verstehe zum Beispiel nicht, wie ich es bisher geschafft habe nur eine einzige (Rötel)Maus zu sehen.
Obwohl ich ja eigentlich nicht mehr so viel twitchen wollte, war ich dann Ende Februar mit zwei Freunden auf dem Weg an die mecklenburgisch-brandenburgische Grenze, wo Deutschlands dritter Kanadakranich gefunden wurden war. Wenige Minuten vor unserer Ankunft war er allerdings davon geflogen. Zum Glück konnten wir ihn nach einiger Suche auf einem anderen Acker und nach erneutem Verschwinden ist einem etwas abseits gelegenen Feuchtgebiet wiederfinden. Leider blieb die Beobachtungsdistanz sehr groß. Die Freude war trotzdem riesig!
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Wahrlich kein tolles Bild, aber immerhin selbst wiedergefunden: Der Kandakranich
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Beim Kanadakranich war auch alles voll mit Seeadlern
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| So eine Blässgans mit fast komplett schwarzem Bauch ist mir vorher auch noch nicht begegnet |
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