Eulensuche

Im Hamburger Raum kommen grundsätzlich acht verschiedene Eulenarten vor. Für mein Big Year wäre es natürlich super, wenn ich alle sehen oder zumindest hören kann. Wie sich jedoch die letzten Wochen gezeigt hat, ist das eine verdammt schwere Aufgabe, denn Eulen leben verdammt heimlich.

Es gibt natürlich beträchtliche Unterschiede zwischen den Arten. Einen Waldkauz konnte ich gleich am 01. Januar im Stadtpark finden, ein halbes Dutzend weiterer Schlafplätze und etliche weitere Rufreviere kenne ich. Auch der Uhu hat mir wenig Sorgen bereitet. Auch wenn nicht jeder Anlauf bis jetzt erfolgreich war, so konnte ich die Art dennoch bisher an drei verschiedenen Orten im Stadtgebiet beobachten.

Ein Uhu döst im Duvenstedter Brook

Etwas größere Probleme bereiten mir hingegen Waldohreule und Schleiereule. Beide Arten brüten dutzendweise in Hamburg, das Problem ist nur, dass ich kaum sichere Reviere kenne. Jeweils ca. 5-10 Suchaktionen in Fischbek, den Vier- und Marschlanden oder an ehemaligen Schlafplätzen verliefen bisher weitestgehend erfolglos. Immerhin konnte ich dann an der Außenalster schließlich eine Waldohreule singen hören. Ich bin aber guter Dinge, dass ich beide Arten noch zur Brutzeit finden werde. Insbesondere die Waldohreulen-Nestlinge sind dann ja kaum zu überhören. Über Hinweise zu aktuellen Vorkommen freue ich mich natürlich trotzdem.

Im Wohldorfer Wald linst ein Waldkauz aus seiner Höhle

Sorgen für das Big Year machen mir hingegen Sumpfohreule und Steinkauz. Beide Arten werden sporadisch im Berichtsgebiet beobachtet, lassen sich aber so gut wie gar nicht planen. Ich gehe davon aus, dass es im Hamburger Umland noch zwei, drei Steinkauzvorkommen gibt; die große Preisfrage ist bloß, wo? Einigen Hinweisen z.B. im Klein Hansdorfer Brook oder aus Rissen bin ich in den letzten Jahren schon nachgegangen, nur erfolgreich war ich noch nicht. Etwas einfacher sollte es sein Sumpfohreulen zu finden. Zumindest in der Wedeler und der Winsener Marsch tauchen sie einigermaßen regelmäßig auf. Bloß scheint aktuell kein übermäßig gutes Mäusejahr zu sein und die Eulenmeldungen sind spärlich. 

Und schließlich gibt es im Bereich der Fischbeker Heide (und vielleicht auch noch im Sachsenwald?) Vorkommen von den niedlichen Arten Sperlingskauz und Raufußkauz. Auch hier ist die Datenlage sehr mager. Die Reviere liegen fernab der üblichen Routen, sodass die beiden Käuze nur äußerst selten mal aufgesucht werden. Ich habe die Tour in den Süden Hamburgs dieses Jahr bereits zweimal zur Dämmerung auf mich genommen und hatte beide Male auch in gewisser Weise Erfolg. Nur so richtig zufrieden bin ich trotzdem noch nicht. Beide Male konnte ich aus großer Distanz und für wenige Augenblicke das Pfeifen eines 'Spauzes' vernehmen, aber nicht Mal für eine Tonaufnahme hat es gereicht. Ähnlich frustrierend lief es mit dem 'Rauz'. Per riesigem Zufall entdeckte ich die reflektierenden Augen eines Tieres in einer Baumhöhle, die eigentlich ausschließlich für einen Raufußkauz geeignet ist. Für einen Waldkauz zu klein, für einen Spauz zu groß, für ein Säugetier zu schwer erreichbar, für einen Raufußkauz einfach perfekt. Aber für mein Big Year soll es schon etwas mehr sein als reflektierende Augen und eine hohe Wahrscheinlichkeit. 

Aus dieser Höhle in 15m Höhe blickten mich die Augen eines vermutlichen Raufußkauzes an.


Und somit werde ich die Wege in Hamburgs abgelegene Ecken zu absolut unchristlichen Zeiten wohl noch einige Male wiederholen müssen...


Falls jemand Tipps für mich hat (auch gerne zur Rufaktivität) oder mich bei meinen Suchaktionen begleiten möchte, darf mich sehr gerne kontaktieren...

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