Bergfest!

Inzwischen haben mich einige Rückmeldungen zu den Braut- und Mandarinenten erreicht. Der Grundtenor davon war, dass ich nicht allzu streng sein soll und ich die Vögel ruhig zählen kann, was ich dann jetzt wohl auch machen werde.

Direkt im Anschluss kam ich noch in Neugraben vorbei, wo ich mir eine Rebhuhn-Sichtung erhoffte. Das klappte zwar leider nicht, dafür gab es aber zwei andere Überraschungen, die nicht so ganz zur Jahreszeit passen:

Ein überwintendes Schwarzkehlchen in Neugraben war durchaus überraschend...

...noch überraschender war es allerdings einen 20er-Trupp von 20 Girlitzen zu finden

Diese Waldohreule in Stade saß leider ein paar Kilometer außerhalb des Berichtsgebiets

Im Anschluss fuhr ich noch zur Bunthäuser Spitze, womöglich der beste Spot in Hamburg um Bartmeisen zu sehen. Tatsächlich stellte sich dieser Abstecher trotz einbrechender Dunkelheit als voller Erfolg heraus, denn abgesehen von einer Bartmeise, sah ich noch eine Wasserralle und zwei Waldschnepfen. Zwar alle nur im letzten Tageslicht, aber alle problemlos zählbar für das Big Year.

Ich wollte mich dieses Jahr ja eigentlich komplett auf Hamburg konzentrieren und nicht so viel außerhalb twitchen, aber am folgenden Wochenende kam mir dann eine Sperbereule in St. Peter-Ording dazwischen. Zu diesem unfassbar fotogenen und angstfreien Vogel konnte ich einfach nicht nein sagen.

Ein grumpiger Gast aus Skandinavien


Am Strand von St. Peter-Ording liefen quirlige Sanderlinge herum, leider lagen dort auch zwei Trottellummen, die nicht mehr fit wirkten. Der Sturm der Vortage hatte ihnen übel zugesetzt und auch schon zwei bis nach Hamburg reingepustet, von denen ich eine vor zwei Wochen knapp verpasst hatte.


Quirlige Sanderlinge am Strand von St. Peter-Ording...
...und leider nicht ganz so fitte Trottellummen.

Bei Norderheverkoog, nahe St. Peter-Ording, sitzt derzeit auch noch eine Polarmöwe, die ich mir gerne auch noch angeschaut hätte, was dann aber aus Zeitgründen leider nicht geklappt hat. 

Bei einer Kartierung südlich von Winsen stolperte ich dann komplett zufällig über eine andere Polarmöwe, die zwischen 180 Silbermöwen auf einer Möwe irgendwo im nirgendwo saß. Es war absolut genial, so einen seltenen Vogel selbst entdeckt zu haben, leider saß er jedoch ca. 8 km zu weit südlich, als dass ich ihn für mein Big Year zählen dürfte.

Bei einer kurzen Internetrecherche später stellte sich dann heraus, dass dieselbe Möwe offensichtlich zuvor bereits in Salzgitter (18.12.-02.01.), Ditfurt (06.-08.02) und Braunschweig (03.-04.02.) beobachtet wurde und sich nun wieder auf dem Weg in den Norden befindet.

 


Diese Polarmöwe hat schon halb Deutschland bereist. Es war eine große Überraschung sie irgendwo im nirgendwo zu finden. 8 km weiter nördlich und sie hätte für das Big Year gezählt.

 

Am Freitag kam dann plötzlich die überraschende Nachricht, dass ich noch einmal die Chance auf eine Trottellumme in Hamburg bekommen könnte. Sie saß auf demselben Baggersee, wie schon der Sterntaucher vor einem Monat. Und logischerweise twitchte ich auch diesmal nach der Arbeit sofort dahin.

Diese Trottellumme auf einem Hamburger Baggersee wirkte erstaunlich fit.

Das Jahr ist gerade mal 42 Tage alt und nun habe ich schon die Hälfte meines selbstgesteckten Zieles erreicht: Bei der Trottellumme handelte es sich nicht nur um meine 100. Art für das Big Year sondern auch noch um meinen ersten "Code 4", also meine erste nicht Seltenheit des Jahres. 

So kann das Jahr sehr gerne weitergehen!


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